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Mittwoch, 3. Februar 2016

Ghettobildung: Soziale Unterschiede hemmen Integration

Das Bild unserer Städte prägt die Sichtweise in der Zuwanderungsdebatte: Bleiben  Migranten lieber unter sich? Koppeln sich Zuwanderer in eigenen Vierteln vom Rest der Gesellschaft ab? Der optische Befund scheint in vielen Städten dafür zu sprechen. Eine Analyse der Zahlen jedenfalls widerspricht gängigen Interpretationen.

Hemmnisse. Migranten (in Deutschland) leben aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen häufig räumlich isoliert. Diese räumliche Trennung steht einer erfolgreichen Integration im Wege. Besonders ausgeprägt ist die Isolation bei Zuwanderern aus nichtwestlichen Ländern wie der Türkei und Osteuropa. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). "Der Schlüssel zur Integration liegt im Abbau der Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Einkommen", sagte DIW-Experte Lutz Sager.

Ghetto - räumliche Segregation. Der Begriff räumliche Segregation beschreibt das Phänomen, dass einzelne Bevölkerungsgruppen sich in bestimmten Stadtteilen konzentrieren. Die Anteile der Personen, die in räumlicher Segregation leben, sind bei den einzelnen Migrantengruppen sehr verschieden. So lebt jeder vierte türkische Migrant in einer Nachbarschaft mit stark überdurchschnittlichem Anteil an türkischen Migranten, und jeder fünfte Migrant aus Osteuropa ist ebenfalls von überdurchschnittlich vielen Personen aus osteuropäischen Ländern umgeben. Hingegen trifft dies nur auf jeden vierzehnten Migranten aus Westeuropa – mit Ausnahme von Italien – zu.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese unterschiedliche räumliche Segregation auf die starken Unterschiede in der sozialen Stellung der Migrantengruppen zurückzuführen ist. Migranten aus nichtwestlichen Ländern können es sich schlicht nicht leisten, in bestimmten "besseren" Wohngegenden zu leben. Denn sie schneiden in fast allen Bereichen tendenziell schlechter ab als solche aus westlichen Ländern: Sie verfügen über ein deutlich niedrigeres Einkommen, sind häufiger arbeitslos, seltener privat versichert und haben einen niedrigeren Bildungsabschluss.

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