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Mittwoch, 12. Juni 2019

[ #Inclusion ] Inklusive Bildung: Die UN-Konvention und ihre Folgen


(eBook/PDF) Unter dem Begriff "Inklusion" gibt es seit Jahren einen neuen qualitativen Aspekt in der Bildungspolitik. 

Es geht dabei zunächst nicht um vordergründige Maßnahmen, sondern um ein neues Denken. Denn die UN-Konvention mit den dazu gehörigen operativen Ergänzungen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verlangt nach grundsätzlichen und nachhaltigen Überlegungen.

Das Netzwerk Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung hat in einer Veranstaltung am 17. Mai 2010 in Berlin die praktischen und theoretischen Aspekte der Inklusion diskutiert. 


Eine Publikation (kostenloser Download siehe weiter unten) dokumentiert die im Rahmen der Veranstaltung vorgetragenen Positionen.

Am 13. Dezember 2006 wurde von der UN-Vollversammlung die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet (auch Behindertenrechtskonvention genannt, kurz: BRK). Am 26. September 2008 wurde die "Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen - Behindertenrechtskonvention (BK)" von Österreich ratifiziert. Mit der Unterschrift auf dieser ersten Menschenrechtskonvention des 21. Jahrhunderts verpflichtet sich Österreich, die Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen. Sie bedeutet einen entscheidenden Schritt in Richtung Gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen. Sie stellt eine neue Menschenrechtsgrundlage dar.

Die BRK umfasst alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens; die für uns entscheidenden Forderungen sind:
  • Es muss ein inklusives Bildungssystem hergestellt werden
  • Es muss ein inklusiver, offener und für ALLE Menschen mit Behinderungen zugänglicher Arbeitsmarkt entstehen
  • Diagnoseinstrumente dürfen lediglich der Feststellung individueller Bedarfe dienen, jedoch nicht der Aussonderung zwecks angeblich besserer Förderung in Sonderinstitutionen.
  • Es müssen geeignete Vorkehrungen zur Inklusion / zur Nichtaussonderung von Menschen mit Behinderungen getroffen werden.
  • Die Vertretungsverbände sind an der Umsetzung der Konvention zu beteiligen.
INHALT zur Vororientierung:
  • Einführung Rolf Wernstedt
  • Convention on the Rights of Persons with Disabilities
  • Zehn Punkte
  • Die gesetzlichen Grundlagen inklusiver Bildung Marianne Hirschberg
  • Zur Situation von Menschen mit Behinderungen in Deutschland Karin Evers-Meyer
  • Inclusive Education in Europe Ingrid Körner
  • Zwischen Integration und Inklusion: Die Situation in Deutschland Ute Erdsiek-Rave
  • Die Folgen der UN-Konvention und die Vorteile inklusiver Bildung aus Elternsicht Camilla Dawletschin-Linder
  • Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderungen. Aus Erfahrung und Forschung lernen Ulf Preuss-Lausitz
  • Notwendige Bedingungen bei der Umsetzung von Inklusion Andreas Hinz
  • Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem – Das Beispiel Bremen Cornelia von Ilsemann
  • Inklusive Bildung – kann sie glücken? Aus 14jähriger Praxis im Berliner Wedding Karin Babbe
  • Waldhofschule Templin – Eine Schule für alle.
  • Von der Integration auf dem Weg zur inklusiven Schule Wilfried W. Steiner

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Sonntag, 14. April 2019

[ #Disability ] Sexualität und Behinderung


Auch wenn sich die Lebensverhältnisse zunehmend verbessert haben, ist Sexualität noch immer kein selbstverständlicher Bestandteil im Leben von Menschen mit Behinderungen.

Sexualität ist ein wichtiges Thema, für alle, Behinderte wie Nichtbehinderte. Sie auszuleben gibt uns Kraft, verleiht uns Flügel, macht uns unverwundbar. Sie lässt uns Zärtlichkeit empfinden, schenkt uns Glück, weil sie uns gestattet, unsere Einsamkeit zu teilen, weil sie uns ermöglicht, Beziehungen zu festigen und Liebe zu empfangen und zu geben. Sie ist grundlegender Bestandteil unserer, jeder, Persönlichkeit, auch jedes Menschen mit geistiger Behinderung. Sie verdient Respekt und, wo dies erforderlich ist, unterstützende Begleitung.  

Eine PDF-Dokumentation zur Fachtagung im Saarland am 30. Mai 2006, Haus Scheidberg, Wallerfangen gibt einige Anregungen zum Umgang mit einem gemeinhin verdrängten oder tabuisierten Thema.


 [citizen|BürgerIn|citoyen]⇒


Lohnt sich ein Download? Ein Blick in den INHALT:

Grußworte
Staatssekretär Wolfgang Schild - Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales
Franz-Rudolph Kronenberger - Landesvorsitzender der Lebenshilfe für Menschen
mit geistiger Behinderung, Landesverband Saarland e.V.

Vorträge
Ralf Specht, Hamburg, Institut für Sexualpädagogik (isp) - Sexualfreundlichkeit! Aber wie? - Themen, Hindernisse und Herausforderungen zum Thema “Sexualität und Behinderung”
Petra Groß, Kassel, Mensch zuerst – Netzwerk People First - Nichts über uns ohne uns! - Ansprüche, Wünsche und Forderungen von Menschen mit Behinderung zum Thema Sexualität

Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe 1
Was, wann, wie, durch wen und wo? - Körper- und Sexualaufklärung, sowie Verhütung - Jürgen Heintzenberg, Köln, Institut für Sexualpädagogik
Arbeitsgruppe 2
Zu zweit ist vieles schöner. - Kennen lernen und Partnerschaft sowie Kinderwunsch und Elternschaft - Beate Martin, Münster, Institut für Sexualpädagogik
Arbeitsgruppe 3
Das geht doch nicht?! - Umgang mit sexuell auffälligem Verhalten - Lucyna Wronska, Berlin, Institut für Sexualpädagogik
Arbeitsgruppe 4
Darüber spricht man doch! - Arbeitsgruppe ausschließlich für Menschen mit Behinderung - Petra Groß, Kassel, Mensch zuerst – Netzwerk People First - Maria Gies, Hamburg, Institut für Sexualpädagogik

Informationen, Literaturverzeichnis, Presse-Notizen

Donnerstag, 25. Januar 2018

[ #Gender] Care-Ökonomie - Privatisierung als Minenfeld für Genderpolitik?


Stärker als jedes andere Wirtschafts- und Arbeitsfeld ist Care Ökonomie, also die Ökonomie des (Ver)Sorgens und Pflegens, von asymmetrischen Geschlechterverhältnissen geprägt.

Frauenarbeit. Drei Viertel der Care-Arbeit werden weltweit von Frauen geleistet, unbezahlt oder zu vergleichsweise schlechten Bedingungen. Obwohl einer der gewichtigsten Wirtschaftssektoren, wird die Care-Ökonomie von der Mainstream-Lehre, wenn überhaupt, vorwiegend als Kostenproblem angesehen.
Die junge Soziologin spricht über transnationale Care-Ketten von der Ukraine über Polen in die Schweiz und über ihre Erwartungen an die WIDE-Jahreskonferenz 2009, wo sie einen Workshop zum Thema leitete.
Krisenszenario. Angesichts wachsender Armut und Ernährungsunsicherheit, aber auch im Zusammenhang neoliberaler Globalisierungs- und Privatisierungsprozesse werden Care Krisen immer offensichtlicher. Umso mehr ist ein genauer Blick auf die Dynamiken zwischen Geschlecht, Ökonomie und Entwicklung gefordert: Wer leistet aktuell die unabdingbare und nicht weg zu rationalisierende Care Arbeit unter und zu welchen Bedingungen? Wie beeinflussen örtliche und soziale Verschiebungen der bezahlten und unbezahlten Care Arbeit die Geschlechterdynamik? Wie verhält sich der Care Sektor zu anderen Wirtschaftssektoren, wie die Care Krise zur Finanzkrise und zur Ernährungskrise? Wie bedingen sich Geschlechterungleichheit und aktuelle Care Regimes? Welche Konzepte und Projekte haben Feministinnen entwickelt um Gleichheit und Gerechtigkeit in der Verteilung der Arbeit und im Zugang zu Care zu erreichen? Welche Fragen und Forderungen gingen im Zuge des Gender Mainstreamings verloren und müssen wieder aufgegriffen werden?

WE CARE! Feministische Antworten auf die Care Krisen: Der umfangreiche Bericht der WIDE Jahreskonferenz 2009, 18-20 Juni an der Universität Basel, in Basel Care Ökonomie und Care Krisen steht als Download zur Verfügung.

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Montag, 24. März 2014

[ #Care ] Care-Arbeit im neoliberalen Geschlechterregime

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einerseits, das Ehrenamt als sozialpolitisches Moment andererseits sind täglicher Inhalt neoliberaler Propaganda der auch "aufgeklärte" und feministisch orientierte Gruppierungen sich nicht entziehen und eher bequemes Apeasement praktizieren, denn Widerstand für die Frauen organisieren.

Care-Ökonomie.Der Begriff der Care-Ökonomie bezieht sich auf die Frage, wie eine Gesellschaft die alltägliche Versorgung für ihre Mitglieder organisiert. Stärker als jedes andere Wirtschafts- und Arbeitsfeld ist die Care-Ökonomie, also die Ökonomie des (Ver-)Sorgens und Pflegens, von asymmetrischen Geschlechterverhältnissen geprägt. Drei Viertel der Frauen weltweit leisten diese Versorgungsarbeit (Care-Arbeit), zu Hause und auf dem globalen Arbeitsmarkt. Obwohl Care-Ökonomie einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren ist, wird sie vorwiegend als Kostenproblem angesehen.

Widerspruch. In dem linken Schweizer Theorieheft WIDERSPRUCH 56 wird die nicht nur in der Schweiz verschüttete Debatte über Frauenpolitik im Zusammenhang mit Care-Arbeit, Ehrenamt und Privatisierung der Sozialarbeit wieder aufgenommen. Sarah Schilliger - Assistentin am Institut für Soziologie in Basel stellt in dem Beitrag "Who cares? Care-Arbeit im neoliberalen Geschlechterregime" die "Gender-Politik" in einen längst zu artikulierenden Zusammenhang mit der neoliberlen (Re-)Privatisierung.

Der Beitrag ist auf den Seiten von Denknetz online und kann als PDF heruntergeladen werden.

Leseprobe:
"Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die gegenwärtige Auseinandersetzung um die "Vereinbarkeit" sehr oberflächlich bleibt und die realen Bemühungen sich vorrangig auf individualisierte "Hilfen" zur Anpassung an die Anforderungen des Arbeitsmarktes beschränken. Die Verantwortung für die Lösung der Probleme wird auf die Familien überwälzt. Gesellschaftliche Voraussetzungen einer tatsächlichen Vereinbarkeit werden durch eine "genderkompatible" Rhetorik verschleiert."
[citizen|bürgerInnen|citoyen]⇒