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Mittwoch, 30. Oktober 2019

[ #Arbeitswelt ] Arbeitskämpfe im Wandel: Sind gesetzgeberische Konsequenzen beim Streikrecht notwendig?


Arbeitskämpfe waren in den vergangenen Jahrzehnten – im Gegensatz zu den auch durch „wilde“ Streiks gekennzeichneten 1960er und 1970er Jahren kein prominenter Gegenstand der Forschung über Arbeitsbeziehungen. 

Der Grund liegt wohl in der Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland zu den streikarmen Ländern gehört. Dasselbe gilt wohl auch für Österreich oder die Schweiz.

Doch seit Anfang/Mitte der 2000er Jahre kommt Streiks, vor allem ihren veränderten Formen und Konsequenzen, im Zusammenhang von Berufsgewerkschaften (wieder) erhöhte Bedeutung zu. Berufsgewerkschaften sind nicht allein wegen ihrer Größe bzw. der Zahl ihrer Mitglieder oder hohen Organisationsgrade von Interesse, sondern auch wegen der – behaupteten weitreichenden – Folgen, die ihre (Streik-)Aktionen für am Tarifkonflikt unbeteiligte Dritte haben können. Wegen dieser externen Effekte fordern gegenwärtig mehrere Akteure weitgehende Einschränkungen des Streikrechts.
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Freitag, 12. April 2019

[ #Arbeitswelt ] Leitfaden für den mobilen europäischen Arbeitnehmer


Der „Leitfaden für den mobilen europäischen Arbeitnehmer“ ist im Jahr 2004 erstmals und im Jahr 2007 in zweiter überarbeiteter Auflage erschienen. 

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Samstag, 2. Dezember 2017

[ #Arbeitswelt ] Marienthal-Studie: Verelendung bildet kein politisches Bewusstsein!

Bildquelle: Wikimedia Commons/KarlGruber
"Marienthal" ist der Name einer Fabrik und Arbeiterkolonie in den niederösterreichischen Gemeinden Gramatneusiedl und Reisenberg. Wer würde den Namen kennen - ohne die berühmte Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal" und deren Autoren Paul Felix Lazarsfeld und Maria Jahoda sowie ihren neuartigen Forschungskonzepten?

Verelendung bildet keinpolitisches Bewusstsein aus. Das ist die knappe und nüchterne Bilanz dieser Studie. Das Thema Arbeitslosigkeit, dessen Aktualität bis heute ungebrochen ist, mag ein wesentlicher Grund für den Erfolg dieser Studie sein, eine Akzentuierung, auf die besonders Marie Jahoda Wert legte. Über die bloße Zählung der von Arbeitslosigkeit Betroffenen hinausgehend wurde versucht, die psychischen und sozialen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf Einzelne wie auf die gesamte Gemeinschaft Marienthal möglichst umfassend und facettenreich zu erheben, zu analysieren und darzustellen. Unter den Schlussfolgerungen der Marienthal-Studie besaß jene der "müden Gemeinschaft" besondere politische Brisanz:  Die bei einem erheblichen Teil der Arbeitslosen festgestellte Resignation, Aktivitätsunfähigkeit und Überforderung durch erzwungenes Nichtstun sowie die im Zuge der Untersuchung festgestellte Entpolitisierung großer Teile der Arbeitslosen liefen der im sozialistischen Lager damals populären Idee des Arbeitslosen als eines revolutionären Subjekts zuwider.


Marienthal. Marienthal ist ein verschlafener Ort, wenige Kilometer östlich von Wien. Zwei Drittel der Einwohner arbeiten bei einer Fabrik am Ort. Als die schließt, werden über nacht alle Arbeiter dieser Fabrik arbeitslos, es bleiben außerhalb der Fabrik 20 Arbeitsplätze in dem Ort erhalten. Führt diese aussichtslose Situation nicht zu politischen Umstürzen, zur Revolution? Dies ist die Frage, der das Forscherteam nachgegangen ist.

Die Anregung zu einer Studie über Arbeitslosigkeit gab nach Aussagen mehrerer Zeitzeugen der Führer der österreichischen Sozialdemokratie Otto Bauer (1881–1938). Er soll das Projektteam außerdem auf den Ort der Forschung, auf Marienthal hingewiesen haben. Auch die Lage der Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal vor den Toren der österreichischen Hauptstadt war sicherlich mitentscheidend, war sie doch damals mit dem Zug von Wien aus in nur fünfunddreißig Minuten zu erreichen. Eine besondere Bedeutung bei der Ortswahl wie bei der Konzeption des Projekts kommt einer 1930 erschienenen Sozialreportage über Marienthal zu, in welcher bereits einige Ideen der späteren Marienthal-Studie angerissen sind. Die Artikelserie stammt von Ludwig Wagner (1900–1963), Freund und politischer Mitkämpfer von Paul Felix Lazarsfeld (1901–1976) und Ehemann von Gertrude Wagner (1907–1992), welche von Anbeginn ganztägig Beschäftigte der »Österreichischen Wirtschaftspsychologischen  Forschungsstelle« war.

Feldforschung. Die Forscher bezeichnen ihre Studie als "soziographisch". Darunter verstehen sie einen Methodenmix unterschiedlichster empirischer Methoden. Interessant ist die Verwendung der "teilnehmenden Beobachtung". Der Forscher geht quasi "undercover" in das zu erforschende Feld.  Die Feldforschung begann in der ersten Novemberwoche 1931 und wurde zum Großteil von Lotte Schenk-Danzinger (1905–1992) – damals noch »Danziger« – geleistet, die von Anfang Dezember 1931 bis Mitte Januar 1932 sechs Wochen vor Ort lebte, und deren Anteil an der Marienthal-Studie bis heute zu gering eingeschätzt wird. Offiziell fungierte sie in Marienthal als Leiterin einer vom Arzt Paul Stein organisierten Winterhilfe-Aktion, welche in der Verteilung gebrauchter Kleidung bestand. Einzelne Tätigkeiten des Projektteams wurden in Marienthal bis Mitte Mai 1932 fortgeführt. Die Forschenden standen einerseits unter ebenso strenger wie misstrauischer Beobachtung durch die örtliche Gendarmerie, wurden jedoch andererseits durch den sozialdemokratischen Bürgermeister von Gramatneusiedl Josef Bilkofsky (1871–1940) umfassend unterstützt. Während der Hauptarbeitszeit des Projekts trafen sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein- bis zweimal wöchentlich, um Erfahrungen auszutauschen, Beobachtungen zu diskutieren und die nächsten Projektschritte zu planen.

Die Ergebnisse. 
Im Sommer 1932 zog sich Marie Jahoda – damals noch verheiratete Lazarsfeld – mit dem Erhebungs- und Auswertungsmaterial in die österreichischen Alpen zurück, wo sie innerhalb weniger Wochen den Haupttext der Studie niederschrieb. Die 1933 erstmals veröffentlichte Marienthal-Studie wurde erst durch ihre Neuausgabe 1960 einer größeren Leserschaft zugänglich. Seither sind auch mehrere Ausgaben des deutschsprachigen Originals erschienen. Ihren internationalen Durchbruch schaffte die Studie allerdings erst mit der 1971 veröffentlichten englischsprachigen Ausgabe, der zahlreiche weitere Übersetzungen folgten. Innerhalb von kaum zwei Jahrzehnten wurde die Marienthal-Studie zu einem weltweiten Klassiker der empirischen Sozialforschung.

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Samstag, 11. November 2017

[ #Berufsbildung ] Ratgeber für die medizinische Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher

Berufsberatung bei allergiekranken Jugendlichen ist ein wichtiges Thema, das bei fast allen Beteiligten - Ärzten wie Betroffenen - leider viel zu wenig Aufmerksamkeit findet. Dabei gehört die Berufsentscheidung zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben jedes jungen Menschen. 

Wenn allerdings Jugendliche allergisch krank sind, kann das sowohl die Entscheidung zu einem Beruf als auch die Entwicklung der Erkrankung beeinflussen. Die vorliegende Broschüre richtet sich in erster Linie an medizinische Fachleute, die in diesen Fragen nach evidenzbasierten Daten suchen, um auf die spezifischen Anforderungen bei der Berufsberatung vorbereitet zu sein.


Die Erkenntnisse der Broschüre sind eindeutig formuliert:
  • Ärztinnen und Ärzte müssen konkret auf eine Berufsberatung vorbereitet sein.
  • Der Entscheidungsprozess unterliegt vielen individuellen Faktoren, die in der Beratung berücksichtigt werden sollten.
  • Es gibt Berufsgruppen, die ein besonderes Risiko für die Verschlechterung der allergischen Erkrankungen bergen.
  • Zahlreiche Stoffe sind erwiesenermaßen als Auslöser und Verstärker allergischer Erkrankungen bekannt.
  • Eine individuelle Risikoanalyse ist notwendig.
  • Für einzelne Krankheiten wie Asthma bronchiale, allergische Rhinitis und Neurodermitis gibt es individuelle Vorhersagemodelle.
  • Diese Broschüre möchte besonders Ärztinnen oder Arzten dabei helfen, alle diese verschiedenen Faktoren und ihr jeweiliges Gewicht entsprechend zu berücksichtigen, wenn Sie Jugendliche bei der Berufswahl beraten.
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Ein schneller Blick auf den Inhalt:

Vorwort 3
1 Häufigkeit und Einflussfaktoren allergischer Erkrankungen 5
2 Beruf und Allergie – ein wichtiges Thema 9
3 Wer ist allergiegefährdet? 13
4 Beratung – je früher, desto besser 23
5 Welche Berufe sind betroffen? 27
6 Vorbeugen ist besser als heilen! 31
Weiterführende Links 34
Glossar 35
Literatur 38
Impressum 44

Samstag, 20. Februar 2016

[ #Arbeitswelt ] Atypische Beschäftigung in Österreich

Seit einigen Jahrzehnten kann in Europa und in den USA die Ausbreitung "atypischer Beschäftigungsverhältnisse" beobachtet werden. 

In Österreich sind bereits mehr als eine Million Menschen betroffen, rund 30 Prozent der abhängig Beschäftigten. Aber nicht jedes "atypische Arbeitsverhältnis" ist automatisch auch ein "prekäres". Gerade in Österreich gab es lange Zeit kaum bis gar keine (arbeitsrechtliche) Erfassung.
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Dienstag, 27. Januar 2015

[ #arbeit&wirtschaft ] Fehlanreize: Frauen im Minijob

Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf.

Geringfügige Beschäftigung ist ein Instrument, welches den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit abbauen sowie Arbeitslosen und der sogenannten „Stillen Reserve“ einen leichten Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen sollte.
"Chancengerechtigkeit für Frauen und Männer ist in unserer Gesellschaft des langen Lebens, in einer pluralistischen Gesellschaft nachhaltig und damit glaubwürdig nur zu erreichen, wenn die kurz- und langfristigen Folgen individuell und partnerschaftlich getroffener Entscheidungen konsequent bedacht werden und Politik dafür Sorge trägt, dass Chancen und Risiken dieser Entscheidungen im Lebensverlauf nicht strukturell ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt sind."
Dem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die „Minijobs“ aber selten gerecht. 

Dies zeigt die aktuelle Studie „Frauen im Minijob“, die vom DELTA-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die wichtigsten Motive für den Einstieg ein den Minijob sind die flexiblen Arbeitszeiten und die geringe Stundenzahl. Minijobs entwickeln jedoch – branchenunabhängig – ausgeprägte Klebeeffekte. Frauen im Minijob machen die Erfahrung, dass sie – auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung – bei dauerhafter Tätigkeit im Minijob nicht mehr als qualifizierte Fachkraft gelten.

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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis:

I. Einführung 5
II. Zentrale Ergebnisse   16
III. Minijobs im Lebenslauf von Frauen  20
 3.1 Minijob als Brücke in eine existenzsichernde Beschäftigung? 20
  Erwerbsverläufe im Minijob und danach 20
  Schnell wirkender und fest haftender Klebeeffekt   24
  Brancheneffekte   29
  Einstiegsmotive und Bleibeanreize 31
  Beschäftigungsumfang  36
  Erfahrungen von Frauen mit früherer Tätigkeit im Minijob pur  37
 3.2 Minijobs im Lebenslauf: Chance oder Risiko? 41
   Bewertung des Minijobs von Frauen in Bezug auf ihre Alterssicherung 41
  Familienstand und die Rolle des Partners 46
 3.3 Minijob-on-top: Studium&Minijob, Job&Minijob, Rente&Minijob   53
IV. Weitere gleichstellungspolitisch relevante Ergebnisse   59
 4.1  Gewährung und Beanspruchung arbeits- und sozialrechtlicher Leistungen.59
 4.2 Schwarzarbeit – Einschätzungen von Frauen im Minijob 60
 4.3  Arbeitsbedingungen und Arbeitgeberperspektive: Einschätzungen der Frauen
im Minijob   63
 4.4 SGB-II („Hartz IV“)-Aufstockung? 66
 4.5 Frauen mit Migrationshintergrund im Minijob 67
 4.6 Soziodemografische Strukturen.70
V. Erkenntnisse anderer Untersuchungen 78
 5.1 Diagnosen.78
 5.2 Reformvorschläge  82
VI. Fazit   83
VII. Anhang 88
 7.1 Untersuchungsanlage 88
 7.2 Historie gesetzlicher Regelungen zu Minijobs 89
 7.3 Literatur und Quellen 93