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Montag, 28. Juli 2014

[ #Gender] Care-Ökonomie - Privatisierung als Minenfeld für Genderpolitik?

Stärker als jedes andere Wirtschafts- und Arbeitsfeld ist Care Ökonomie, also die Ökonomie des (Ver)Sorgens und Pflegens, von asymmetrischen Geschlechterverhältnissen geprägt.

Frauenarbeit. Drei Viertel der Care-Arbeit werden weltweit von Frauen geleistet, unbezahlt oder zu vergleichsweise schlechten Bedingungen. Obwohl einer der gewichtigsten Wirtschaftssektoren, wird die Care-Ökonomie von der Mainstream-Lehre, wenn überhaupt, vorwiegend als Kostenproblem angesehen.
Die junge Soziologin spricht über transnationale Care-Ketten von der Ukraine über Polen in die Schweiz und über ihre Erwartungen an die WIDE-Jahreskonferenz 2009, wo sie einen Workshop zum Thema leitete.
Krisenszenario. Angesichts wachsender Armut und Ernährungsunsicherheit, aber auch im Zusammenhang neoliberaler Globalisierungs- und Privatisierungsprozesse werden Care Krisen immer offensichtlicher. Umso mehr ist ein genauer Blick auf die Dynamiken zwischen Geschlecht, Ökonomie und Entwicklung gefordert: Wer leistet aktuell die unabdingbare und nicht weg zu rationalisierende Care Arbeit unter und zu welchen Bedingungen? Wie beeinflussen örtliche und soziale Verschiebungen der bezahlten und unbezahlten Care Arbeit die Geschlechterdynamik? Wie verhält sich der Care Sektor zu anderen Wirtschaftssektoren, wie die Care Krise zur Finanzkrise und zur Ernährungskrise? Wie bedingen sich Geschlechterungleichheit und aktuelle Care Regimes? Welche Konzepte und Projekte haben Feministinnen entwickelt um Gleichheit und Gerechtigkeit in der Verteilung der Arbeit und im Zugang zu Care zu erreichen? Welche Fragen und Forderungen gingen im Zuge des Gender Mainstreamings verloren und müssen wieder aufgegriffen werden?

WE CARE! Feministische Antworten auf die Care Krisen: Der umfangreiche Bericht der WIDE Jahreskonferenz 2009, 18-20 Juni an der Universität Basel, in Basel Care Ökonomie und Care Krisen steht als Download zur Verfügung.

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