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Freitag, 25. April 2014

An Web 2.0 kommt auch Demokratie und Verwaltung nicht mehr vorbei


Anregungen für erfolgreiche Web-2.0-Aktivitäten liefern vor allem skandinavische Länder. Sie kommunizieren mit den Bürgern nicht nur über Twitter, Blogs und Podcasts, sondern bieten außerdem zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten an. Dazu gehört die Möglichkeit, Internetpetitionen an die Gemeinde zu senden, sich bei Befragungen oder Online-Konsultationen einzubringen und Ratssitzungen im Internet zu verfolgen.

Im Rahmen einer Best Practice-Analyse (neu&kühn: Erfolgsfaktoren E-Partizipation - Analyse) wurden 30 internationale E-Partizipations-Beispiele untersucht und Erfolgsfaktoren für eine qualitative Zusammenarbeit aufgezeigt. Die Analyse versteht sich als Leitfaden für Verwaltung, Politik und Institutionen. Die AutorInnen Kirsten Neubauer und Peter Kühnberger sehen Social Media als Möglichkeit für Dialog, Vertrauensbildung und Mobilisierung. Das Internet bietet mit Social Media und Web 2.0 unzählige Möglichkeiten für Dialog, Zusammenarbeit, Vertrauensbildung, Mobilisierung oder Erleichterung in Verwaltungsabläufen.

Acht von zehn Mitarbeitern öffentlicher Verwaltungen gehen davon aus - schreibt wiederum steria mummert consulting - , dass sich mit Social Media Angeboten die Bürgerbeteiligung und Servicequalität in deutschen Behörden verbessern werden. Allerdings besteht bei der Zahl der Angebote im internationalen Vergleich noch erheblicher Nachholbedarf. Denn Bürgern und Unternehmen stehen hierzulande bisher deutlich weniger Online-Services zur Verfügung als anderen Europäern. Das haben Marktbeobachtungen von Steria Mummert Consulting gezeigt.

Im internationalen Vergleich schafft es Deutschland mit seinem Online-Angebot für Bürger nicht einmal unter die Top 20. Der Wunsch nach ePartizipation steht jedoch im Raum: Viele Bürger kritisieren, dass Entscheidungsprozesse in Politik und Verwaltung häufig zu wenig transparent sind, und haben das Gefühl, nicht mitreden zu können. Die Einbindung von Web-2.0-Anwendungen steuert dem entgegen, weil sie für jeden zugänglich sind und einen Dialog ermöglichen. Immer mehr Behörden erkennen diese Potenziale und bauen langsam ihre Social- Media-Aktivitäten aus“, so der Experte.

Damit die Aktivitäten im Web 2.0 einen echten Mehrwert bieten, sollten die Prozesse von den Behörden sorgfältig geplant werden. Dazu zählt beispielsweise, Mitarbeiter zu schulen, mit Bürgern und Unternehmen digital zu kommunizieren und professionell mit Kritik umzugehen. Bei gut durchdachter Umsetzung eröffnet das Web 2.0 Beteiligungsmöglichkeiten jenseits der bestehenden Strukturen. Das betrifft Vereine, Bürgerinitiativen und Parteien ebenso wie Verwaltungen untereinander. Die Politik sollte  zügig Angebote bewerten und Anreizsysteme für ihre Nutzung in der öffentlichen Verwaltung schaffen.

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