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Sonntag, 31. Juli 2016

[ #Migration ] Falsche Integrationspolitik ist ein Milliardengrab

Österreichs entgangene Gewinne wegen unzureichender sozialer Integration von EinwanderInnen gehen in die Milliarden.

Eine Studie des Österreichischen Städtebundes Studie bietet Anregungen, wie Kommunen einerseits Argumente zur Verwendung öffentlicher Mittel für Integrationsmaßnahmen finden können. Andererseits belegen die angeführten Zahlen, dass die Integrationsmaßnahmen der Kommunen nicht nur für diese selbst, sondern auch für Länder und Bund gewaltige positive fiskalische Effekte erzeugen würden.

Milliardenverbrennung. Die Ertragsanteile, die Reduktion der Sozialkosten und die Kommunalsteuer ergeben eine Gesamtsumme von rund € 1.348 Millionen. Davon entstehen rund 41 Prozent in Wien, weitere rund 12 Prozent in den anderen Städten mit Bevölkerung über 100.000, rund 25 Prozent in Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 3.000 und 20.000, etwa 10 Prozent in Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 20.000 und 100.000 und rund 11 Prozent in Gemeinden mit Bevölkerung bis 3.000.

Als Potenzial an zusätzlichen Einnahmen und verringerten Ausgaben allein der Gemeinden errechnen sich € 1,348 Milliarden jährlich. Sie setzen sich zusammen aus:
  • € 23 Millionen aus der Lohnsteuer infolge des Aufstiegs der beschäftigten EinwanderInnen bzw. Kinder von EinwanderInnen in adäquatere Beschäftigung; dieser Betrag ist eher ein Minimum; ein rund achtmal so großer Betrag käme dem Bund und den Ländern zu
  • € 382 Millionen aus der Lohnsteuer infolge der Nachbesetzung eines großen Teils der Tätigkeiten, welche die AufsteigerInnen bisher innehatten, von denen bis zu € 130 Millionen durch neue Beschäftigung von Personen beigesteuert werden, die bisher für sich keine Chancen am Arbeitsmarkt sehen konnten (Vertrauenseffekt); ein rund achtmal so großer Betrag käme dem Bund und den Ländern zu
  • € 553 Millionen aus der Umsatzsteuer infolge höherer Ausgaben, die durch die gestiegene Lohnsumme möglich werden, teils finanziert aus gesteigerter Kreditwürdigkeit; ein rund achtmal so großer Betrag käme dem Bund und den Ländern zu
  • € 338 Millionen aus der Kommunalsteuer infolge der erhöhten Lohnsumme
  • € 51 Millionen durch verringerte direkte Sozialausgaben

Die Berechnungen zeigen, dass sich durch die adäquatere Beschäftigung der bereits jetzt beschäftigten EinwanderInnen und ihrer Kinder (Aufstiegseffekt) sowie durch die daraus sich ergebende Notwendigkeit, auf ihren bisherigen Arbeitsplätzen neues Personal einzustellen (Nachbesetzungseffekt) € 406 Millionen an Ertragsanteilen gewinnen. Dazu kommen weitere € 553 Millionen aus der Umsatzsteuer und € 338 Millionen aus der Kommunalsteuer sowie € 51 Millionen aus verringerten direkten Sozialtransfers, zusammen € 1.348 Millionen an jährlichen Einkünften für die Gemeinden,also etwa 5 Prozent der Einnahmen der Gemeinden im Jahr 2011.

Dies sind die jährlichen Kosten der gegenwärtigen Situation. Sie verteilen sich, ähnlich über die Gemeindegrößenklassen und Städte wie die Bevölkerung mit im Ausland außer Deutschland geborenen Eltern. Den kleineren Gemeinden entgeht etwas weniger, den größeren etwas mehr als es ihrem Anteil an der Bevölkerung mit im Ausland außer Deutschland geborenen Eltern entspräche. Das liegt zur Gänze an der Verteilung der entgangenen Kommunalsteuer.

[citizen|bürgerInnen|citoyen]
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Vorwort 5
1. Einleitung 10
 1.1. Grundgedanke
 1.2. Ziel der Untersuchung 10
 1.3. Wie werden Gemeinden finanziert?
2. Definition der Daten 12
 2.1. Definitionen 12
 2.2. Die Daten 12
 2.2.1. Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 12
 2.2.2. EU-SILC 14
 2.3. Die Kategorisierung der Bevölkerung 15
3. Die aktuelle SItuatIon 17
 3.1. Beschäftigung und Arbeitsuche 17
 3.1.1. Wie groß sind die Unterschiede bei der Beschäftigung? 17
 3.1.2. Wie häufig ist selbständige Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft? 20
 3.1.3. Wie groß sind die Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit? 21
 3.1.4. Mehr Beschäftigung, weniger Suche nach Beschäftigung? 23
 3.1.5. Die beruflich inaktiven Frauen waren überwiegend schon in Beschäftigung 24
 3.1.6. Weniger Beschäftigung infolge geringerer Bildung? 24
 3.1.7. Welchen Einfluss hat die Bildung am Arbeitsmarkt? 27
 3.2. Wovon ist die Beschäftigungswahrscheinlichkeit abhängig und wie sehr? 33
 3.2.1. Die Rückführung der Beschäftigung auf eine Reihe von Einflüssen 30
 3.2.2. Treffen die Erwartungen grundsätzlich zu? 30
 3.2.3. Frauen: Bildung aus dem Ausland hilft bei der Arbeitsuche bisher gar nicht 34
 3.2.4. Eindeutiger Engpass bei der Kinderbetreuung 37
 3.2.5. Männer sind bei der Arbeitsuche weniger im Nachteil als Frauen 38
 3.2.6. Frauen: Bei Bildung aus dem Inland geringe Unterschiede 39
 3.2.7. Männer: Nachteile am Arbeitsmarkt trotz Bildung aus dem Inland 41
 3.3. Bildungserwerb im Inland nach Bildungsabschluss im ausland 43
 3.3.1. Das Regelschulwesen 43
 3.3.2. Teilnahme an beruflicher Weiterbildung, oder: Wer hat, dem wird gegeben 44
 3.4. Bildungserwerb der Jugendlichen 44
 3.5. Inadäquate Beschäftigung 53
 3.5.1. Beschäftigung in Hilfs- und Anlerntätigkeiten 53
 3.5.2. Beschäftigung in Berufen mit geringerem Bildungsgehalt 56
 3.6. Woran entscheidet sich die berufliche Position? 59
 3.6.1. Vorgehensweise bei der Beantwortung der Frage 59
 3.6.2. Die Ergebnisse 60
 3.7. Verteilung der Bevölkerung über die Gemeindegrößenklassen und städte 639
4. Verbesserung der finanziellen situation der Gemeinden durch Verbesserung der Integration 67
 4.1. Ziel des Untersuchungsteils 67
 4.2. Erwartungen aufgrund bisheriger Studien 67
 4.2.1. Bertelsmann-Studie 67
 4.2.2. Die deutsche Studie ist vom Konzept her wenig zufriedenstellend 68
 4.2.3. Studien über Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts 71
 4.3. Vorgehensweise 71
 4.3.1. Fünf Effekte 71
 4.3.2. Ertragsanteile: Zwei Datenkörper und die Berufsangabe als Brücke zwischen ihnen 72
 4.3.3. Verringerung der direkten kommunalen Kosten von Beschäftigungslosigkeit und niedrigen Einkommen 74
 4.3.4. Die Ermittlung des beruflichen Potenzials der Beschäftigten 75
5. Fiskalische Ergebnisse 79
 5.1. Effekt 1: die Realisierung des beruflichen Potenzials der aktuell Beschäftigten 79
 5.1.1. Mobilitätseffekt: Die Größe des Unterschieds 79
 5.1.2. Wichtiger als die Bildung ist ihre Verwertung 79
 5.2. Effekt 2: der Nachbesetzungseffekt 83
 5.3. Effekt 3: der Vertrauenseffekt 84
 5.4. Effekt 4: der Verbreiterungseffekt 85
 5.5. Effekt 5: der Kaufkrafteffekt 86
 5.6. Summe Ertragsanteile und reduzierte Sozialkosten 86
 5.7. Zuwächse bei der Kommunalsteuer 87
 5.8. Die möglichen Zuwächse in Summe 90
6. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und die Schlüsse daraus 93
 6.1. Der fiskalische Befund 2008 – 2011 93
 6.1.1. Fiskalische Potenziale für die Gemeinden 93
 6.1.2. Mindestens  23 Millionen € Aufstiegseffekt 94
 6.1.3. € 382 Millionen Nachbesetzungseffekt 94
 6.1.4. Der Vertrauenseffekt 95
 6.1.5. € 553 Millionen Kaufkrafteffekt 95
 6.1.6. € 338 Millionen Kommunalsteuer 95
 6.1.7. € 51 Millionen geringere direkte Sozialtransfers 96
 6.2. Mittel und Ansatzpunkte 96
 6.2.1. Ansatzpunkte 96
 6.2.2. Gleiche Bildung, ungleiche Chancen 97
 6.2.3. Ungleichheit beim Zugang zu Kinderbetreuung 98
 6.2.4. Bildungserwerb der Jugendlichen 99
 6.2.5. Über die Wirkungen besserer Deutschkenntnisse wissen wir … nichts 101
 6.3. Einige realisierungsnahe Indikatoren für Städte und Gemeindegrößenklassen 102
 6.3.1. Die Auswahl der Indikatoren 102
 6.3.2. Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 20.000 und 30.000 (im Jahr 2001) 104
 6.3.3. Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 10.000 und 20.000 (im Jahr 2001) 106
 6.3.4. Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 5.000 und 10.000 (im Jahr 2001) 108
 6.3.5. Gemeinden mit Bevölkerung zwischen 3.000 und 5.000 (im Jahr 2001) 110
 6.3.6. Gemeinden mit Bevölkerung unter 3.000 (im Jahr 2001) 112
7. Literaturverzeichnis 115
8. Anhang 119
 8.1. Logistische Regression der Beschäftigung ja/nein 119
 8.2. Lineare Regression des persönlichen Einkommens auf den Bildungsgehalt des Berufs 121
 8.3. Lineare Regression der Sozialtransfers auf den Bildungsgehalt des Berufs 122
 8.4. Lineare Regression des Bildungsgehalts des Berufs 123
 8.5. Lineare Regression des Bildungsgehalts des Berufs für die Blinder-Oaxaca-Zerlegung 125

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