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Sonntag, 30. Juli 2017

[ #Antirassismus ] Broschüre zu israelbezogenem Antisemitismus

Die Debatte um das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass hat erneut verdeutlicht, wie sehr das Thema Israel und die Frage, wo Kritik aufhört und antisemitische Ressentiments anfangen, für hitzige Debatten sorgen. 

Vor diesem Hintergrund, den Entwicklungen im Nahostkonflikt und den Ergebnissen wissenschaftlicher Erhebungen wird deutlich, dass es im Interesse einer demokratischen (Diskussions-)Kultur, verstärkter Anstrengungen in der politischen Bildung bedarf.

Es gilt, Orientierungswissen zur Unterscheidung von „israelbezogenem Antisemitismus“ und legitimer Kritik an Israel zu bieten. Dabei muss es zum einen darum gehen, dafür zu sensibilisieren, dass es in aktuellen Debatten zunehmend Artikulationsformen von Antisemitismus gibt, die durch ihre Formulierung als „Kritik“ an israelischem Handeln vermeintliche Legitimität beanspruchen. Zum anderen muss der Verunsicherung begegnet werden, dass vermeintlich jede Kritik an Israel per se antisemitisch sei. Diesen Problemen nimmt sich eine neue Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung an.

„Man wird ja wohl Israel noch kritisieren dürfen …?!“ - Über legitime Kritik, israelbezogenen Antisemitismus und pädagogische Interventionen bereitet die ersten Ergebnisse eines, durch das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend geförderten, Projektes der Amadeu Antonio Stiftung auf. Die Broschüre widmet sich jedoch nicht nur der Frage, was genau israelbezogener Antisemitismus ist und wie er sich äußert, sondern präsentiert u.a. auch die Ergebnisse und Erfahrungen, der im Rahmen des Projektes entwickelten, zweitägigen Workshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Diese Broschüre ist Teil des Modellprojekts "Thematisierung israelbezogenen Antisemitismus und den damit verbundenen Gefahren für demokratische Kultur – Aktionswochen gegen Antisemitismus" der Amadeu Antonio Stiftung. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms "Initiative Demokratie Stärken" des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Hintergund/Analyse/Begrifflichkeiten
Israelbezogener Antisemitismus – ein überladenes Problem  3
Anetta Kahane
Was ist israelbezogener Antisemitismus?  7
Jan Riebe
Vom Wort zur Tat  12
Über das Gewaltpotential von israelbezogenem Antisemitismus.
Jan Riebe

Pädagogische Fragestellungen
Bildungsarbeit gegen israelbezogenen Antisemitismus  19
Hanne Thoma/Jan Riebe
Aussteigen aus antisemitischen Differenzkonstruktionen  26
Heike Radvan

Monitoring/Medienanalyse
Fallbeispiel: Die Debatte um Israel und »Pinkwashing« in der LSBTI-Szene 29
Nina Rabuza
Fallbeispiel: Die Gaza-Flotille 2010 in den deutschen Medien  34
Daniel Poensgen

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