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Freitag, 3. Februar 2012

Frauen Leben: Familienplanung und Migration im Lebenslauf

18 Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. 

Mehr als zwei Fünftel dieser Frauen sind zwischen 20 und 44 Jahre alt und somit in einem Alter, in dem Familienplanung und Familienbildungsprozesse aktuell sind. Da es für diese heterogene Bevölkerungsgruppe bislang wenig nach Herkunftsgruppe differenzierendes Grundlagenwissen im Bereich Familienbildung, Verhütung und Schwangerschaftsabbrüche gibt, gab die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Studie „frauen leben: Familienplanung und Migration im Lebenslauf “ in Auftrag.

Für Frauen mit türkischem Migrationshintergrund lässt sich eine früh beginnende und nach mehreren Kindern früh beendete Familienphase überwiegend in Deutschland beschreiben. Die Familienphase der osteuropäischen Frauen begann ebenfalls – im Herkunftsland oder Deutschland – früh, erstreckte sich dann aber über eine längere Lebensspanne. Die Migration selbst und innerhalb der Migrationsgruppen das Aufwachsen in Deutschland und eine höhere Bildung „verschieben“ die Familienphase biografisch nach hinten. Eingebettet in diese Dynamik können das Verhütungsverhalten und Schwangerschaftsabbrüche erklärt werden. Es werden Schlussfolgerungen für den Bedarf an Information und Beratung zu Familienplanung gezogen.

Nun liegt das 240seitige dokument für die interessierte Öffentlichkeit auch als Download zur Verfügug.

Inhalt/Abstract. Frauen mit Migrationshintergrund bilden keine homogene Gruppe. Sie unterscheiden sich schon aufgrund ihrer Herkunft und Migrationsgeschichte stark voneinander. Fast ein Fünftel der weiblichen Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Davon sind knapp 40% Frauen im Alter zwischen 20 und 44 Jahren. Sie sind somit in einem Alter, in dem Themen rund um Sexualität, Verhütung und Familien-planung eine wichtige Rolle für die Lebensplanung spielen. Die Forschungslage zu diesen Bereichen ist jedoch für die Zielgruppe Migrantinnen noch nicht hinreichend empirisch gesichert.

Benötigen Frauen mit Migrationshintergrund spezifische Informationen oder Unterstützung bei Fragen der Familienplanung? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Ende 2007 die Studie „frauen leben - Familienplanung und Migration im Lebenslauf“ in Auftrag gegeben. Es wurden 1.674 Frauen mit türkischem bzw. mit osteuropäischem Migrationshintergrund jeweils im Alter von 20 bis 44 Jahren über ihre Migrationsgeschichte, ihren reproduktiven Lebenslauf und die aktuelle Lebenssituation befragt. Die Erhebungsregionen waren Berlin, Stuttgart, Nürnberg und Oberhausen.

Die vorliegende Studie knüpft inhaltlich an die Ausgangspunkte der Vorläuferstudie „frauen leben - Eine Studie zu Lebensläufen und Familienplanung“1 an. Sie verbindet quantitative Methoden mit qualitativen zu einem Forschungsdesign, das die biografische Perspektive und die Unterschiede aufgrund von Herkunft und Migrationsgeschichte einschließt. Die Zugehörigkeit zur ersten oder zweiten Generation wird ebenso erfragt wie subjektive und milieuspezifische Sichtweisen.

Voraussetzung für migrationssensible Angebote ist eine differenzierte Zielgruppenanalyse. 2008 wurde mit ersten Ergebnissen der quantitativen Befragung hierfür eine Basis geschaffen. Die vorliegende Publikation integriert die qualitative Befragung als biografischem Ereignis und Familienplanung als privater Lebensgestaltung.

Die Erkenntnisse liefern wichtige Impulse für zielgruppenspezifische Konzepterstellung und Anregungen für die Praxis. Sie fließen auch in das Migrationskonzept zur Sexualaufklärung und Familienplanung der BZgA ein.

 Link ➨  
Frauen Leben - Familienplanung und Migration im Lebenslauf - PDF-Dokument (4,67 MB, 240 Seiten)

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