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Samstag, 21. Januar 2017

[ #Migration ] "Gäste, die blieben" - Ein Blick in Lebenslagen von älteren Migranten

Eine Bachelor-Thesis von Gülsemin Kocak an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg setzt sich damit auseinander, dass ältere Migrantinnen und Migranten kaum Kontakt zu der deutschstämmigen Bevölkerung haben. 

Sie fühlen sich in der gegenwärtigen Gesellschaft fremd und fühlen sich meist abgelehnt und ausgegrenzt. Zudem verhindern sprachliche Barrieren die außerethnische Kommunikation - dies wird durch die Verschiedenheit der Lebenswelten und ihrer Norm- und Wertesysteme verstärkt. Somit erfolgt ein Rückzug in die eigene ethnische Gruppe. Die Arbeit ist kostenfrei online.

Zusammenfassung. Aufgrund des demographischen Wandels nimmt die Zahl der älteren Migranten zu und sie gehören zu der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppe, dennoch ist ihre Zukunft und ihr Verbleiben im Alter bisher kaum in der Sozial- und Rentenpolitik beachtet worden.

Diese Entwicklung zeigt, dass diese Bevölkerungsgruppe bei den Planungen von zukünftigen sozialen Diensten stärker berücksichtigt werden muss. Die neuen Handlungsanforderungen ergeben sich auch durch die Betrachtung der Lebenslagen. Im Gegensatz zu gleichaltrigen Einheimischen sind die älteren Migranten in Lebenslagendimensionen wie z.B. Bildung, Einkommen und der Wohnverhältnisse schlechter gestellt. Die Inanspruchnahme von sozialen Diensten durch ältere Migranten hängt von der Lebenslage ab und wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Die älteren Migranten sind nicht als eine homogene Gruppe zu betrachten, weil sie sich in ihren Lebenslagen stark unterscheiden können.

Für die älteren Migranten ist der Zugang zu den sozialen Diensten mit Schwierigkeiten verbunden. Es bestehen Zugangsbarrieren, die die Inanspruchnahme von sozialen Diensten erschweren oder sogar gänzlich verhindern. Die Zugangsbarrieren können auf Seiten der älteren Migranten bestehen oder auf Seiten der Einrichtungen. Diese beeinflussen sich wechselseitig. Zu den Zugangsbarrieren auf Seiten der älteren Migranten gehören u.a. mangelnde Sprachkenntnisse, Verständigungsprobleme, Informationsdefizite und unterschiedliche kulturelle Konzepte von Problemlösungsstrategien. Damit eine vollständige soziale Versorgung von älteren Migranten gewährleistet werden kann, müssen die vorhandenen Zugangsbarrieren entdeckt und mit geeigneten Maßnahmen abgebaut werden. Dabei müssen die schlechten Arbeitsverhältnisse der älteren  Migranten aus ihrer Gastarbeiterzeit berücksichtigt werden, da diese ihre Lebenslage im Alter nachhaltig geprägt hat.

Die Zielgruppe der Sozialpolitik sind diejenigen Personengruppen, die ihre Hilfe am meisten benötigen.  Zur Erreichung dieses Ziels, müssen die Personen in prekären Lebenslagen unterstützt werden, weil gerade bei ihnen die Vorraussetzungen und Mittel fehlen, die zu einer Inanspruchnahme nötig sind. Die interkulturelle Öffnung der sozialen Dienste und die Qualifizierung der Sozialarbeiter, sowie die Orientierung an den Bedürfnissen der älteren Migranten sind für den Abbau von Zugangsbarrieren erforderlich. Es sind Strategien nötig, die sich an den Lebens- und Alltagswelten der Migranten orientieren und deren besonderer Situation Rechnung tragen.

[citizen|bürgerIn|citoyen]

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