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Sonntag, 6. Mai 2012

Armut und soziale Eingliederung: 1 Million in Österreich armutsgefährdet

2009 waren 12 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Hochgerechnet auf die österreichische Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert mit 95Prozent Vertrauenswahrscheinlichkeit zwischen 11,1Prozent und 12,9Prozent, bzw. können zwischen 916.000 und 1.069.000 Österreicherinnen und Österreicher als armutsgefährdet bezeichnet werden.

Auf Basis von EU-SILC (European Community Statistics on Income and Living Conditions) werden jährlich Daten zu Armut und sozialer Eingliederung vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung aktueller Ergebnisse findet sich im Bericht „Armutgefährdung und Lebensbedingungen in Österreich. Ergebnisse aus EU-SILC 2009“ (PDF 2,4 MB) in der Sozialpolitischen Studienreihe des BMASK (Bd. 5) und im dazugehörigen Tabellenband (PDF 1,7 MB). Der Bericht "Methoden und Vergleiche zu Armutsgefährdung und Lebensbedingungen in Österreich, EU SILC 2009" (PDF 847 KB) befasst sich mit der Methodik der Erhebung. Eine aktuelle europäisch vergleichende Studie wurde von Eurostat veröffentlicht: „Income and Living Conditions“. Der darin enthaltene Beitrag von Statistik Austria zeigt erstmals anhand von Paneldaten die Dynamik der Veränderungen bei nicht-monetären Benachteiligungen in den EU-Mitgliedstaaten. Eine ausführliche Fassung findet sich als Arbeitspapier „Towards an inclusion balance - accounting for gross change in Europeans' living conditions“ in der aktuellen Veröffentlichungsreihe von Eurostat zu methodologischen Fragen in EU-SILC.

Eurostat veröffentlicht auf seiner Website Ergebnisse in Form von Zeitreihen bis 2008 sowie die bisher verfügbaren Indikatoren für 2009:

Seit 2003 wird die Armutsgefährdung mit der Erhebung EU-SILC ermittelt, die Armutsgefährdungsquote lag zwischen 2003 und 2008 zwischen 12 und 13% (2008: 12,4%, 2007: 12,0%, 2006: 12,6%, 2005: 12,3%, 2004: 12,8%, 2003: 13,2%), die Unterschiede sind jedoch auf Grund der Zufallsschwankungen nicht signifikant und daher nicht interpretierbar.
Als armutsgefährdet oder von Armutsrisiko betroffen werden jene Personen bezeichnet, deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unter einer Armutsgefährdungsschwelle von 60% des Medians liegt. Für 2009 liegt der Median des Äquivalenzeinkommens bei19.886 Euro. Die Armutsgefährdungsschwelle betrug 2009 somit 11.932 Euro für einen Einpersonenhaushalt, das sind rund 994 Euro pro Monat.
Ein Maß für die Intensität der Armutsgefährdung ist die Armutsgefährdungslücke, die als Differenz zwischen dem Medianeinkommen der Armutsgefährdeten und der Armutsgefährdungsschwelle in Prozent dieser Schwelle ausgedrückt wird. Armutsgefährdete Haushalte haben ein um rund 17% geringeres mittleres Einkommen als der Schwellenwert.
Als besondere Risikogruppen werden jene mit einem Einkommen deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle identifiziert.
Grundlage für die Berechnung der Armutsgefährdung ist das äquivalisierte Haushaltseinkommen. Es ergibt sich, indem das verfügbare Haushaltseinkommen durch die Zahl der Konsumäquivalente des Haushaltes dividiert wird. Unterstellt wird, dass mit zunehmender Haushaltsgröße und abhängig vom Alter der Kinder eine Kostenersparnis im Haushalt durch gemeinsames Wirtschaften erzielt wird (economy of scales). Zur Gewichtung wird die so genannte EU-Skala (modifizierte OECD-Skala) verwendet, um den Ressourcenbedarf eines Haushaltes zu berechnen: Eine allein lebende erwachsene Person wird dabei als Referenzpunkt (=Konsumäquivalent) betrachtet und erhält ein Gewicht von 1. Der unterstellte Ressourcenbedarf steigt für jede weitere erwachsene Person um 0,5 Konsumäquivalente. Jedes Kind unter 14 Jahren wird mit 0,3 Konsumäquivalenten gewichtet. Ein Haushalt mit Vater, Mutter und Kind hätte somit ein errechnetes Konsumäquivalent von 1,8 gegenüber einem Single Haushalt.
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Statistik Austria: Armut und soziale Eingliederung
22.1.11/6.5.12

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