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Samstag, 31. März 2012

Vom Schmarren des Green New Deals: Grünes Wachtsum als Klimakiller?



Die verbriefte Endlichkeit fossiler Energieträger und nicht zuletzt die neuen Krisenschübe des Kapitalismus haben eine neuere Debatte über „Wachstum“ als grünes Wachstum angestossen. 

Von dem seinerzeitigen Nullwachstum will nicht der ärgste Wachstumsgegner mehr reden sondern das "grüne" Wachstum ist Alltagsrhetorik der Politiker aller Coleur geworden. Nachhaltigkeit ist zu deren nachhaltigststen Leerformel verkommen. Es ist der bequeme und lagerübergreifende Einheitsbrei einer scheinbar ideologiefreien Politikkaste, welche nicht nur die Grundfesten unseres Wirtschaftssystems unangetastet lassen will und lediglich die bestehende kapitalistische Wirtschaft begrünt. sie macht damit die letzten CO². und Ressourcen-Einsparungenzunichte.

Der vorliegende Infobrief (Nr.16) des Denknetzes Schweiz thematisiert die krisenindizierte Wachstumsdebatte.

Infobrief . Der Zweck des Infobriefs besteht im Wesentlichen darin, aus der immensen Fülle des politischen, wissenschaftlichen und sozialen Diskurses jene Impulse herauszuschälen, die für die Themen des Denknetzes bedeutsam sind. Der Infobrief soll Orientierungshilfe sein und das Denken vom mühsamen Sichten der überbordenden Informationen etwas entlasten. Er will Diskussionen aufbereiten und zuspitzen, die kritische Neugierde beflügeln und zur eigenen Weitersuche motivieren.

 Link ➨   
Infobrief # 16 - Wachstumsdebatte

Inhalt Infobrief # 16 - Wachstumsdebatte
I. Einleitung  1
II. Zum Begriff des Wachstums 2
III. Green New Deal: Ist eine „Entkoppelung“ des Wachstums möglich?2
VertreterInnen
Anreize zur klimaneutralen Produktion durch Marktmechanismen – evolutionäre Sozialökonomik
Grenzen des Green New Deal und Rebound-Effekte
Politische Kritiken am Green New Deal
IV.  Gewerkschaften und Wachstum6
V. Traditionelle Wachstumsbefürwortung  7
VI.  Wachstumsrücknahme im Kapitalismus? 8
Décroissance, Postwachstum, Steady Economics, Kulturwandel,
konservativ-neoliberale Wachstumskritik
VII.  Analysen des kapitalistischen Wachstumszwangs 10
Kapitalismus als dynamischer Prozess
Kredit und Zins als Wachstumstreiber
Neo-Keynesianismus: Finanzmarkt-getriebener Kapitalismus/Finanzialisierung
Kritische Kapitalismusanalyse
VIII.  Antikapitalistische Wachstumskritik 12
Gerechte Übergänge
IX.  Typologie der Wachstumsdebatte 12
X.Hinweise

1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

Was passiert, wenn nichts passiert – wenn also die hohe Politik weiterwurstelt, ohne sich auch nur im Geringsten der Situation bewusst zu sein, in der wir uns alle gegenwärtig befinden? Dazu gibt es genau zwei mögliche Szenarien:

Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)

Die erste Möglichkeit zerstört die gesamte Biosphäre, und die zweite Möglichkeit ist der endgültige Zusammenbruch des globalen Zinsgeld-Kreislaufs und damit der gesamten Arbeitsteilung – das Ende unserer „modernen Zivilisation“. Diese größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte konnte im Herbst 2008 noch dadurch abgewendet werden, dass die führenden Industrienationen den Zinsgeld-Kreislauf mit staatlichen Bürgschaften absicherten und „Konjunkturpakete“ ins Rennen schickten, die die Staatsverschuldungen in aller Welt in die Höhe schnellen ließen. Danach machte die hohe Politik eine Kehrtwende und versucht jetzt – „auf Teufel komm raus“ – zu sparen, um den Schuldenberg mit dem zuvor initiierten „Aufschwung“ wieder abzutragen. Diese Vorgehensweise ist genau das, was der „Jahrhundertökonom“ Sir John Maynard Keynes in den 1930er Jahren der hohen Politik vorgeschlagen hatte, um den in einer kapitalistischen Marktwirtschaft (Zinsgeld-Ökonomie) üblichen Konjunkturschwankungen durch eine „antizyklische staatliche Investitionspolitik“ entgegenzuwirken. Das so etwas selbst dann nicht gelingen kann, wenn die Zinsumverteilung noch nicht allzu weit fortgeschritten ist und die Volkswirtschaft noch einigermaßen funktioniert, wie etwa in Deutschland nach 1970, sondern nur die Staatsverschuldung immer weiter ausufern lässt, hatte Prof. Dr. J. M. Keynes von der ehrwürdigen University of Cambridge der hohen Politik wohlweißlich verschwiegen, denn dann hätte er seine „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ nicht mehr verkaufen können. Keinem anderen Wirtschaftsexperten ist es je gelungen, die hohe Politik so gut zu beschäftigen. Streng genommen lebt die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit eigentlich nur dafür, den Zinsgewinnern dieser Welt ihr leistungsloses Kapitaleinkommen zu erarbeiten, während die hohe Politik ihre Zeit damit vergeudet, die durch die Zinsumverteilung verursachten sozialen Spannungen mit einer Flut von Gesetzen zu bekämpfen, die nur die Freiheit aller zusätzlich und immer weiter einschränken, bis sich am Ende gar nichts mehr bewegt. Dabei kann sich jeder begreiflich machen, dass die Verschuldung einer Zinsgeld-Ökonomie mit friedlichen Mitteln niemals abzubauen ist:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html